Kanzlei Kotte
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Arbeitsrecht Bielefeld - Kündigung

Was tun bei Kündigungen des Arbeitgebers?

Haben Sie eine Kündigung des Arbeitgebers erhalten, sollten Sie deren Wirksamkeit unverzüglich prüfen. Denn nur eine wirksame Kündigung beendet Ihren Arbeitsvertrag. Ihr Arbeitgeber hat ein Menge Regeln zu beachten, die in vielen Fällen nicht eingehalten werden. Dann können Sie sich gegen unberechtigte Kündigungen zur Wehr setzen.

Rechtsanwältin Frau Kotte aus Bielefeld prüfen für Sie, ob die Kündigung wirksam war und klären Sie darüber auf, welche Rechte Ihnen ansonsten zustehen. Das gilt sowohl für überraschende fristlose Kündigungen, als auch für Kündigungen, bei denen der Arbeitgeber eine Frist eingehalten hat.

Die Kündigung des Arbeitgebers muss schriftlich erfolgen. Kündigt er Sie nur mündlich, ist das Arbeitsverhältnis NICHT beendet. Auch muss der Arbeitgeber nicht zwingend die Gründe für die Kündigung angeben, damit diese wirksam ist. Allerdings haben Sie einen Anspruch darauf, dass Ihnen  auf Verlangen die Gründe mitgeteilt werden.

Im Arbeitsrecht gelten andere Kostenregelungen, als bei anderen zivilrechtlichen Klagewegen, denn hier trägt jede Partei ihre eigenen Kosten. Das bedeutet, dass der unterliegende Arbeitnehmer nur seine eigenen Rechtsanwaltskosten tragen muss, nicht auch die des Gegners, wie sonst.

Wenn Sie eine Kündigung erhalten haben, die unberechtigt ist, können Sie sich dagegen innerhalb von drei Wochen ab Zustellung durch die Erhebung einer Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht wehren.

Wichtig ist, dass die Frist für die Erhebung der Kündigungsschutzklage nur 3 Wochen beträgt! Daher ist es sinnvoll, sofort nach Erhalt der Kündigung prüfen zu lassen, ob eine Klage dagegen Aussicht auf Erfolg hat. Sofern Sie hierfür einen Termin in unserer Kanzlei in Bielefeld vereinbaren, geben Sie am besten  immer an, wann Sie die Kündigung erhalten haben.

Was muss der Arbeitnehmer beim Kündigen beachten?

Für die eigene Kündigung des Arbeitnehmers ist zu beachten, dass diese unbedingt schriftlich erfolgen und mit einer Unterschrift versehen werden muss. Eine Kündigung per Mail oder per SMS ist nicht wirksam und nicht ausreichend. In der Kündigung sollte genau angegeben werden, was gekündigt wird (Arbeitsvertrag vom …) und gegenüber wem gekündigt wird (Anschrift und Name des Arbeitgebers, also die komplette Firmenbezeichnung). Orientieren Sie sich dabei am besten an den Daten in Ihrem Arbeitsvertrag. Sofern Sie beim Aufsetzen der Kündigung Hilfe benötigen, können Sie sich an Rechtsanwältin Frau Kotte aus der Bielefelder Kanzlei Kotte wenden.

Einen Kündigungsgrund muss der Arbeitnehmer nicht angeben. Allerdings ist dies sinnvoll, wenn triftige Gründe für die Kündigung vorliegen, die der Arbeitgeber verschuldet hat z.B. massiver Zahlungsverzug des Arbeitgebers. Für das Arbeitsamt sind die Gründe nämlich wichtig bei einer Entscheidung über eine Sperrzeitverhängung, denn nachvollziehbare Kündigungsgründe führen in den meisten Fällen nicht zu einer Sperrzeit und sichern Ihnen ein nahtloses Einkommen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Beratung zur Kündigung und Kündigungsfristen

Die Rechtsanwälte der Kanzlei Kotte in Bielefeld beraten Sie gern vor Ihrer Kündigung über deren Folgen. Eine Kündigungsfrist brauchen Sie nicht unbedingt angeben, es ist aber sinnvoll diese zu kennen und auch zu beachten. Das Gesetz schreibt hier eine allgemeine Frist von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende vor. Sicherheitshalber können Sie jedoch immer noch zusätzlich „hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ kündigen.

Beachten Sie, dass die Kündigungsfrist erst beginnt, wenn das Kündigungsschreiben auch beim Arbeitgeber zugegangen ist, also in seinen Machtbereich gelangt ist, so dass er die Kündigung unter normalem Umständen zur Kenntnis nehmen kann, also z.B. bei Einwurf in seinen Briefkasten (zu Geschäftsöffnungszeiten!).

Sichern Sie bestenfalls nicht nur den Zugang der Kündigung ab, sondern auch den Nachweis darüber. Dafür bieten sich Einschreiben mit Rückschein an. Bei einem einfachen Einwurfeinschreiben müssen Sie im Internet die Sendungsverfolgung ausdrucken, ansonsten können Sie nicht beweisen, dass Ihr Einschreiben tatsächlich auch ankam!

Es bietet sich auch der Einwurf durch oder im Beisein eines Zeugen an. Hier sollte aber lieber auf Angehörige oder den Ehepartner als Zeugen verzichtet werden. Suchen Sie sich stattdessen einen neutralen Zeugen, falls es Streitigkeiten über den Erhalt der Kündigung geben sollte.

Das Verfahren nach der Kündigungsschutzklage

Im gerichtlichen Verfahren, das relativ zeitnah nach Erhebung der Kündigungsschutzklage stattfinden wird, überprüft das Arbeitsgericht dann, ob bei der Kündigung z.B. personen-, verhaltensbedingte - oder betriebsbedingte Kündigungsgründe  vorlagen oder die Vorschriften zur Sozialauswahl beachtet wurden, wenn Sie in den Schutzbereich des Kündigungsschutzgesetztes fallen. Diesen gesetzlichen Kündigungsschutz haben Sie, wenn Sie länger als 6 Monate im Betrieb tätig waren und der Betrieb eine Betriebsgröße von mindestens 10 Mitarbeitern hat (ohne Auszubildende).

Außerdem muss in Betrieben, in denen es einen Betriebsrat gibt, dieser zwingend vor jeder Kündigung angehört werden. Auch das sollte gerichtlich überprüft werden, da es anderenfalls zur Unwirksamkeit der Kündigung führt.

Sinn der Erhebung der Kündigungsschutzklage ist es, dass gerichtlich geprüft wird, ob die Kündigung wirksam war oder ob Sie weiterhin auf ihrem bisherigen Arbeitsplatz arbeiten dürfen. Sie müssen also vorher gut bedenken, ob Sie überhaupt im gleichen Job weiter arbeiten wollen, denn diesen Anspruch auf Weiterbeschäftigung klagen Sie schließlich ein, wenn Sie die Kündigung für unwirksam erklärt haben wollen.

Details zur Kündigungsschutzklage im Arbeitsrecht

In vielen Fällen kann die Erhebung der Kündigungsschutzklage aber auch deshalb sinnvoll sein, da in der ersten Verhandlung beim Arbeitsgericht, der sogenannten Güteverhandlung, oft eine Einigung mit Ihrem Arbeitgeber erzielt werden kann, bei der Sie zwar die Kündigung ohne weitere gerichtliche Prüfung akzeptieren, dafür aber als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes eine Abfindung zum Ausgleich erstreiten. Viele Arbeitgeber sind nur gern zur Zahlung einer Abfindung bereit, wenn dadurch ein weiteres, langwieriges Gerichtsverfahren vermieden und eine schnelle Entscheidung herbeigeführt werden kann. Außerdem lässt sich so für den Arbeitgeber auch schneller fest kalkulieren, ab wann er Ihre Stelle wieder besetzen kann. Der Großteil der Kündigungsschutzverfahren beim Arbeitsgericht wird durch solche Abfindungsvergleiche im Interesse beider Parteien beendet.

Insbesondere, wenn Sie selbst nach dem Erhalt der Kündigung zwar eigentlich gar kein wirkliches Interesse mehr an dem Arbeitsverhältnis haben, aber recht lange im Betrieb tätig waren, empfiehlt sich die Erhebung der Kündigungsschutzklage schon allein deshalb, weil Sie damit genug Druck gegen den Arbeitsgeber aufbauen und eine größere Verhandlungsbereitschaft für Abfindungen herbeiführen.

Besteht grundsätzlich ein Anspruch auf eine Abfindung? Mehr dazu finden Sie hier ...

Droht eine Sperrzeit vom Arbeitsamt nach eigener Kündigung?

Hat der Arbeitnehmer den Verlust des Arbeitsplatzes durch seine eigene Kündigung selbst verschuldet, wird das Arbeitsamt zwangsläufig die Voraussetzungen einer Sperrzeit prüfen. Die Sperrzeit kann im schlimmsten Fall bis zu 12 Wochen betragen. Eine Sperrzeit wird übrigens auch bei einem Aufhebungsvertrag oder einer verhaltensbedingten Kündigung des Arbeitgebers verhängt.

Das Arbeitsamt wird von der Verhängung einer Sperrzeit jedoch absehen, wenn Sie plausible Gründe für die Kündigung hatten und diese auch nachweisbar darlegen können z.B. Verzug der Lohnzahlungen, denn Lohnrückstände müssen Sie nicht hinnehmen.